- Startseite
- Blog
- Lebensstil
- Spanische Bräuche, die Auswanderer am Leben in Spanien schätzen
Spanische Bräuche, die Auswanderer am Leben in Spanien schätzen
Spanien hat viele schöne Orte, historische Städte und hervorragendes Essen zu bieten. Doch letztendlich sind es nicht diese Dinge, die vielen Auswanderern in Erinnerung bleiben, sondern vielmehr der ganz eigene Rhythmus des Alltags, der nur in Spanien zu finden ist. Dazu gehört, wie Spanier Kontakte pflegen, essen und feiern. Was viele kulturelle Bräuche in Spanien auszeichnet, ist nichts Großartiges, sondern nur kleine Dinge, die zur Gewohnheit geworden sind.
Essen im Mittelpunkt des Alltags
Wie viele andere Mittelmeerländer nimmt auch Spanien das Essen sehr ernst, so sehr, dass es viele Bräuche rund um den Tisch gibt, sei es, wann man isst oder wie lange die Mahlzeiten dauern. Die spanische Küche ist außergewöhnlich, doch bei den Mahlzeiten geht es nicht um das Essen selbst, sondern vielmehr um Geselligkeit und Zusammensein.
Tapas-Kultur in Spanien
Tapas sind mehr als nur kleine Häppchen. Sie sind ein gemeinschaftliches Ritual und Teil des Beisammenseins mit den Liebsten. Es ist üblich, von Bar zu Bar zu ziehen und kleine Häppchen zu einem Drink zu teilen, sei es ein einfacher Snack oder regionale Spezialitäten. Diese Häppchen sind eine Möglichkeit, Menschen zusammenzubringen, wobei das Gespräch die wichtigste Zutat ist. In einer ungezwungenen Atmosphäre und bei köstlichem Essen können sich Gespräche leicht über Stunden hinziehen.
Späte Essenszeiten der Spanier
Das ist nur eine der allgemeinen ungeschriebenen Regeln des Alltags in Spanien. Während viele dies auf das entspannte und gemächlichere Tempo der Spanier zurückführen, liegt es in Wirklichkeit hauptsächlich an einer Zeitumstellung vor Jahren und den Arbeitszeiten. Da sie in der falschen Zeitzone gelebt haben, haben sich die Essenszeiten natürlich nach hinten verschoben und sind einfach so geblieben.
Das Frühstück gibt es erst um 10 Uhr morgens, daher sind kleine Häppchen am frühen Morgen die richtige Wahl. Die Mittagspause liegt zwischen 14 und 16 Uhr, während das Abendessen erst um 21 Uhr oder sogar noch später beginnt.
Das erfordert definitiv eine gewisse Eingewöhnungszeit, besonders für Kulturen, in denen man schon vor 19 Uhr zu Abend isst, aber viele Expats äußern, dass ihnen dieser gemächliche Zeitplan gefällt, sobald sie sich eingelebt haben.
Sobremesa-Kultur: Nach dem Essen noch am Tisch verweilen
Sobremesa ist ein einzigartiger spanischer Brauch, der zeigt, wie untrennbar Essen und Geselligkeit miteinander verbunden sind. Obwohl es keine englische Entsprechung gibt, bedeutet sobremesa wörtlich „über dem Tisch“, und das Konzept ist einfach: Zeit, die man damit verbringt, noch am Tisch zu sitzen und zu reden, wenn die Mahlzeit bereits beendet ist. Und das ist nicht nur dem Sonntagsbrunch vorbehalten, sondern Teil des alltäglichen Mittagessens.
Die Spanier nehmen das Mittagessen nicht auf die leichte Schulter, schließlich ist es eine der größten Mahlzeiten des Tages; doch mehr noch als das Essen geht es darum, sich mit Familie und Freunden auszutauschen, gemeinsam zu lachen und ein oder zwei Stunden lang ungezwungene Gespräche zu führen.
Spaniens Terraza-Kultur: Essen im Freien
Das Essen auf den Terrassen von Restaurants und Bars oder im Außenbereich von Häusern ist Teil der spanischen Essgewohnheiten. Da das Wetter es zulässt und die Sonne spät untergeht, schafft die freie Natur eine schöne Umgebung für geselliges Beisammensein, das sich ganz natürlich auf das gemeinsame Essen ausweitet. Dies ist eng mit Tapas-Treffen und Wochenend-Barbecues verbunden. Ob auf der Terrasse eines Restaurants oder auf der Terrasse, dem Balkon oder im Garten Ihres spanischen Zuhauses – das Essen findet letztendlich im Freien statt.
Entspannte Zeitpläne in Spanien
In Spanien nehmen sich die Menschen gerne Zeit und hetzen nicht um der Hektik willen. Zwar werden die notwendigen Dinge erledigt, doch wenn man ein Gespräch genießt, hat das Verweilen in diesem Moment für die Spanier Vorrang. Dies hängt auch mit mañana zusammen, was „morgen“ bedeutet und darin verwurzelt ist, im Moment zu leben und eine flexible Einstellung zur Zeit zuzulassen.
Für Expats aus Kulturen mit strengen Zeitvorgaben mag dies verwirrend sein, doch die mañana-Kultur in Spanien bedeutet oft einen stressfreien, entspannten Lebensstil, der mehr Zeit für Geselligkeit und eine gesündere Work-Life-Balance schafft.
Siesta-Zeiten und die Verlangsamung am Mittag
Die Siesta, vielleicht der berühmteste traditionelle Brauch in Spanien, ist ein wichtiger Faktor im täglichen Leben. Heutzutage machen nicht mehr viele Spanier zwischen 14 und 17 Uhr ein Nickerchen; dennoch verlangsamt sich das Leben während der Siesta-Stunden meist trotzdem, besonders in kleinen Städten und Ortschaften. Die meisten Geschäfte schließen und öffnen erst am Abend wieder, obwohl viele Geschäfte in Touristenorten und große Einzelhandelsketten ihre Türen meist offen halten.
Abendliche Paseos und die Rolle der Plätze im gesellschaftlichen Leben
In vielen Städten und Ortschaften wird in Spanien noch immer die Tradition des paseo gepflegt, ein gemütlicher Abendspaziergang vor oder nach dem Abendessen. Dieser Brauch ist mehr als nur ein Spaziergang, sondern ein Ritual, das die Gemeinschaft zusammenbringt und das gesellschaftliche Leben prägt. Familien, Paare, Ältere und Junge – alle strömen auf die Straßen, Promenaden und Plätze, um sich zu unterhalten und die Gesellschaft der anderen zu genießen. Es gibt kein bestimmtes Ziel und keine Eile.
Plazas dienen zudem als weit mehr als nur Kulisse. Sie sind ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens, wo Kinder gemeinsam spielen, die älteren Bewohner Platz nehmen und miteinander plaudern und sich Menschen mit Freunden treffen.
Spanische Fiestas und Feste
In Spanien gibt es viele Feste und lokale Feierlichkeiten, die den Kalender das ganze Jahr über bereichern. Viele Expats lieben diese Veranstaltungen, da sie so die vielfältige Kultur der verschiedenen Orte hautnah erleben können. Während Großveranstaltungen wie La Tomatina unter Ausländern berühmt sind, hat fast jede Stadt ihre eigenen traditionellen Feste, die mit der lokalen Identität verbunden sind. Es gibt auch einzigartige Interpretationen globaler Feiertage wie Halloween in Spanien, die viele Expats wirklich genießen.
Was den meisten Auswanderern jedoch besonders auffällt, ist nicht die Größe oder die farbenfrohen Umzüge, sondern wie Schulen, Nachbarschaften und Familien bei diesen Veranstaltungen zusammenkommen.
Letztendlich sind alle spanischen Bräuche, die Ausländer lieben, aus dem gleichen Holz geschnitzt. Familie und Gemeinschaft stehen im Mittelpunkt, und das Leben im Hier und Jetzt ist das, was den spanischen Lebensstil ausmacht.
